Es war eine schwere Entscheidung, wer denn diesmal den "Dolzer der Woche" gerissen hat. Diesen noch jungen, aber schon vielbeachteten Ehrenpreis, um den sich (sonst) niemand reisst, vergebe ich für besondere Fehlleistungen im Web. Begründete Vorschläge sind willkommen, die Mailadresse steht im Impressum.
Kommen wir zum ersten Preisträger dieser Woche. Ich präsentiere als einen von zwei Siegern: Mario (Dialer-) Dolzer selbst!Der hat es verstanden, bei eBay eine Flasche heisser Luft anzubieten. Besonders hervorzuheben seine sprachlichen Fehlleistungen, die wohl dazu geführt haben, dass die Rechtschreibreform zum ersten sehr umstritten ist und zum zweiten ständiges Thema bleiben wird. Dolzer beweisst mit Worten wie
"Ab &euro 1000.- Verkaufserlös gibt es ein "best of the best's" von Thommys Literarischen Ergüssen Mitgeliefert!!", dass er Probleme mit allen Reformstufen haben wird. Ich habe noch von niemanden so viele Fehler in so wenigen Worten verpackt gesehen: "
Die sind so absonderlich, abscheulich und primitiv das wir erst Anwaltlich prüfen lassen mussten, ob sie bei Kinder und Jugendlichen bleibende Schäden verursachen können."
- Fürwahr, Herr Mario Dialer-Dolzer! Ihre Ergüsse sollte man unverzüglich auf den Index setzen. Die von Ihnen gezeigten Schreibweisen gefährden den Erfolg der PISA-Tests von Millionen Kindern auf Jahre hinaus. (Dolzer liest hier mit- der Leser möge die persönliche Ansprache entschuldigen.)
Inhaltlich kann man nichts bewerten, es wurde dort nichts gefunden, was Hinweise auf einen nennenswerten Inhalt Dolzers Gepöbels gäbe.
Seine sinnleere Meinungsäußerung, die eher eine Beleidigung für das gesamte deutsche Schulssystem darstellt, hatte Dolzer als Angebot Nr. 6248895552 bei eBay eingestellt. Enden sollte das Angebot eigentlich erst am 04.02.06 00:24:36. Ob eBay das Angebot von "universalboards" gesperrt oder ob Dolzer es selbst zurückgezogen hat ist nicht bekannt. Dolzer selbst gilt allerdings nicht als besonders einsichtig: Gegen das "Dialer-Parasit-Urteil" will oder wollte er ja, so seine Ankündigung, auch Himmel, Hölle und BGH in Bewegung setzen. Oder hat er die Pulle heisse Luft selbst gekauft? Wünschenwert wäre, er ließe das Geld in Deutschland und würde an die Gesellschaft für deutsche Rechtschreibung spenden. Vielleicht geben die ihm Privatunterricht.
Das hätte fast nicht gereicht, es gibt ja noch mehr Kandidaten. Aber er hat es fertiggebracht, einen Brief schreiben zu lassen:
http://www.olbertz.de/archives/000682.htmlEr will die Adresse von
lanu, der arme. Er meint,
lanu habe "
unwahre und mein [sein] Persönlichkeitsrecht verletztende Behauptungen über mich [ihn] aufgestellt".
Nun, ich habe den Brief gelesen, ich habe
lanu gelesen und nichts gefunden, wo es um Dolzers Privatleben ging. Es werden nur Sachstände untersucht, die Dolzers "geschäftliche" Tätigkeit betreffen. Das aber ist legal. Zudem unterliegt der Inhaber von blogger.de auch dem Datenschutzgesetz und dem Mediendatenschutzgesetz und daher hat er Dritten nicht auf Grund obskurer Behauptungen einfach mal so Daten dritter zur Verfügung zu stellen. Der Dolzer soll also gefälligst den üblichen Weg gehen: Staatsanwaltschaft und dann Verfahrensakten einsehen lassen. Folglich kommt eine Haftung nicht in Frage, weil der Betreiber die Daten nicht liefern
darf. Dolzer könnte die Löschung von Artikeln verlangen, aber das macht er wohlweislich nicht. Der Grund ist: Er kann keinen nennen.
Auch den billigen und durchschauten Trick, seine Schreiben offensichtlich vorzudatieren um dem angeschriebenen dann mittels ungebührlich kurzer Fristsetzung unter Druck zu setzen und so eine Entscheidung in seinem Sinne zu bewirken, hat er sich wohl von einem umstrittenen Abmahnanwalt und Winkeladvokaten aus seiner ehemaligen Umgebung in der Münchner Schwanthaler Straße abgeschaut. Er erhält nicht deshalb nicht einen ganzen, sondern nur einen viertel Punkt. 50% Abzug wegen abscheulichen Abschauens und weitere 50% wegen der schlechten Ausführung. Macht 25% also einen viertel Punkt.
Als Laudatio für die Preisverleihung nehme ich die
Worte von Dirk Olberts:"Aber [...] regt es mich tierisch auf, dass diese Leute einfach nicht merken, wenn es Zeit wird, die Füße still zu halten. [...] und Herr Dolzer überspannt den Bogen auch gewaltig."
Zum zweiten Preisträger: Günter Freiherr von Gravenreuth, geborener DörrMit einer nicht minder auffälligen Fehlleistungen glänzte Günter von Gravenreuth. Der bei heise.de gesperrte Anwalt (Ich weigere mich noch immer ihn "Rechtsanwalt" zu nennen.) schrieb nun unter
http://forum.golem.de/read.php?8413,549164,549779#msg-549779 Dinge, die aufzeigen, dass seine einst gefürchtete Eloquenz wohl tiefe Risse bekommen hat.
Denn eine ungeheure sprachliche Leistung ist es, wenn der Anwalt hingeht und einen anderen, nach den von ihm selbst geschriebenen Halbsatz '
Kommt jetzt das "gesunde Volksempfinden"' dem Diskussionsgegner eine faschistoide Haltung vorwirft: '
Also beim "gesunde Volksempfinden" war es eher ein "nationalSOZIAListischES VERHALTEN"'. Anlässlich der kurzzeitigen Untersuchungshaft seines Freundes und Kanzleikollegen Bernhard Syndikus im Sept. 2004 kam er der Süddeutschen Zeitung mit dem "Guantanamo-Vergleich" - auch das war eine tolle Fehlleistung, er erhält einen viertel Zusatzpunkt wegen der stetigen Wiederholung der gleichen Fehler. Das hätte aber nicht gereicht. Deshalb ließ Gravenreuth sich in der gleichen Diskussion noch zu folgendem hinreissen:
http://forum.golem.de/read.php?8413,549164,549337#msg-549337'
Ich bin weder Redaktionsmitglied und helfe nur bei heise.de etwas nach, dass DORT die GVU Beiträge sperren läßt.'
Damit hat er gleich zwei Latten gerissen, denn er hat kein Mandat der GVU und veröffentlicht aber, dass er in deren Interesse und Auftrag handelt: Die GVU lässt Beiträge sperren und er hilft dabei. Das ist die einzig mögliche Interpretation des Kauderwelschs. Unterschrieben hat Gravenreuth als "Rechtsanwalt". Er stellt somit dar, dass er gar nicht als Privatperson tätig ist (als solche dürfte er keine juristischen Interessen dritter und um solche geht es bei der Beitragssperrung wahrnehmen), sondern in seiner Funktion als Anwalt handelt. Nur braucht er eben dazu ein Mandat. Das hat er aber nicht, wie er mittlereile selbst mir gegenüber einräumt. Wenn Anwalt Gravenreuth ein Handeln beschreibt, wofür ein per Gesetz ein Mandat notwendig ist, dann behauptet er ein solches zu haben. Oder will er sich selbst wegen unerlaubter Rechtsberatung abmahnen?
Die damit verbundene Vortäuschung eines solchen Mandats ist mit Sicherheit "Unlauterer Wettbewerb" gegenüber seinen Berufskollegen. Das Wahrnehmen eines Mandats ohne Auftrag und ohne Abrechnung steht allzusehr im Geruch des standeswidrigen Fehlverhaltens. Für Rechtsanwälte gelten tatsächlich Regeln, auch wenn mancher Anwalt oder Abmahnanwalt das nicht wahrhaben will. Die Münchner Anwaltskammer wird sich damit beschäftigen müssen.
Zur Authentizität der Person und des Vorganges: Ein Redakteur des heise- Verlag schreibt mir dazu:
"Ach,
der schickt nur immer wieder Faxe, was für Beiträge er gesperrt haben möchte. Das meiste ist Unsinn."Letzteres bewegt sich im anzusetzenden Erwartungsrahmen und deckt sich auch mit den Erfahrungen des Autors. Ein Mandat der GVU hat Gravenreuth also definitiv nicht, sonst hätte er dies heise gegenüber erklärt- darauf bezog sich die konkrete Anfrage an den Verlag. Warum er also öffentlich behauptet für die GVU tätig zu sein steht in den Münchner Sternen.
Doch auch das hätte noch nicht für den Preis gereicht. Deshalb setzte Gravenreuth noch eines drauf:
http://forum.golem.de/read.php?8413,549164,549278#msg-549278'
Stimmt - nur wenn es die Rechteinhaber oder von ihnen beauftragte Institutionen tun sind es keine Raubkopien. ;-) '
Es geht um die Dateien, die auf jenem Server lagen, der anlässlich einer größeren Schlages gegen die Raubkopiererszene offline ging und dessen Betreiber und die Hardware offensichtlich von der GVU finanziert wurden.
Günter Freiherr von Gravenreuth, geborener Dörr, meint also, sämtliche Dateien auf dem Server seien keine "Raubkopien", weil die GVU diese letztendlich zur Verfügung gestellt habe und diese habe dafür die Lizenzen der Rechteinhaber. Er übersieht leider die Faktenlage. Die GVU hat einen eingeschränkten Mitgliederkreis. Das Angebot auf dem Server umfasste sehr wahrscheinlich auch Filme und Software an welchen die Mitglieder der GVU keine Verbreitungsrechte und schon gar nicht das Recht, Verbreitungsrechte einzuräumen, haben. Auch ist es nahezu undenkbar, dass der Auftrag der Mitglieder der GVU an die GVU selbst soweit ging, bei der Verbreitung derart massiv zu helfen. Bei der Verbreitung zumindest dieser Filme oder Software hätte die GVU die Raubkopiererszene also finanziell unterstützt, das StGB nennt das im §257 "Begünstigung", im §27 "Beihilfe". Was davon in Frage kommt entscheiden Staatsanwaltschaften und Gerichte.
Die vom Jurist Gravenreuth dargestellte Sicht auf die rechtlichen Begleitumstände ist jedenfalls "sehr merkwürdig", ich würde mich jedenfalls der Äußerung derart unbedachter Meinungen zu Sachverhalten, die mein Tätigkeitsgebiet betreffen, enthalten. Es würde meinem Ruf schaden.
Andererseits: "Ist der Ruf erst ruiniert, mahnts sich völlig ungeniert [ab]."
Das recht kurze Laudatio schrieb Gravenreuth selbst, wenngleich ohne diese Absicht:
Moral ist immer eine Wertungssache."
Ich finde, das genügt auch.
[Update]
Mario Dolzer ist offensichtlich nicht mit der Teilung des Preises, den keiner haben will, einverstanden. Er will den "Dolzer der Woche" für sich allein haben!Jetzt schreibt er in seinem
eBay- Angebot:
"Völlig Sinn und Hirnlose Kommentare"
Aha. Auf so viel Ehrlichkeit hat die Welt gewartet.
Natürlich kommentiert er seine Schreibweise: "
Niemals wurde im Internett was Witzigeres oder Dümmeres verbreitet!"- Ob mich sein Anwalt abmahnt, wenn ich behaupten würde, er stähle mir die Worte und gäbe sie dann falsch geschrieben wieder?
Dolzer (schon wieder): "
Leider mussten wir einige Stellen auf anraten unserer Anwälte zensieren, da bleibende Schäden für Kinder und Jugendliche zu befürchten wahren!!"
Sie sind es immer noch:
Liebe Kinder, nehmt Euch daran so wenig ein Beispiel, wie an der Arbeit des Klassendoofen, der darauf einen Sechser erhalten hat.Vielleicht sollte Dolzer öfters auf den
Webseiten seiner letzten Freunde nachschauen. Ich meine die Hausaufgaben-Schmidtleins. Oder er gibt auf und sucht sich besser Malvorlagen. Er versucht es aber mit Schreiben. Und was kommt da raus?
"Damit dieser gesammelte Müll einen Sinnvollen Zweck zufliest,kommt der gesamte Gewinn dieser Auktion der Organisation "die Möve" zugute die sich um Missbrauchte Kinder kümmert"Armer Dialer- Dolzer! Ist das etwa Grund für seine seltsame Rechtschreibung? Missbrauchte Kinder sollen ja nach der wissenschaftlichen Literatur neben oft auftretenden dissozialen Störungen auch besonders oft eine krankhafte Rechtschreibeschwäche haben. Vielleicht sollte man das künftig, um Dolzer wegen der Spende zu ehren, "Dolzer-Syndrom" nennen.
AbgesangDialer- Mario Dolzer und Abmahnanwalt von Gravenreuth haben in dieser Woche beste Beispiele präsentiert, wie man es nicht macht.
"Das Internet" hat ein ziemlich gutes Langzeit- Gedächtnis. Mehr muss man dazu nicht ausführen.
Jörg Reinholz
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