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Novell: Suse Linux in Zukunft ohne proprietäre Treiber

Nutzer können dennoch nicht quelloffene Firmware weiterhin hinzufügen

2006-02-15, Quelle: Eigenbericht (fastix - a.k.a. Jörg Reinholz)
Suse Linux wird in Zukunft keine proprietären Treiber mehr enthalten. Das betrifft entgegen naheliegenden Vermutungen nicht nur das im openSUSE-Projekt entwickelte Suse Linux, sondern (sogar) auch die kommenden Versionen von Suse Linux Enterprise Server (SLES) und Novell Linux Desktop (NLD). Selbst die direkte Möglichkeit, schon bei der Installation über den Suse-eigenen Update-Mechanismus Closed-Source-Module wie die Grafiktreiber von Nvidia nachzuladen, wird entfallen. Diese wird man, so Bedarf besteht, also künftig von Hand einbinden müssen- damit wächst der Druck auf die Hersteller, quelloffene Treiber anzubieten erheblich.

Proprietäre Firmware, wie sie manche Treiber (etwa die Centrino-WLAN-Treiber) nachladen, will man allerdings weiterhin unterstützen. Andererseits arbeitet das Unternehmen bereits mit verschiedenen Herstellern an einer Lösung, die es dem Anwender erlaubt Hardware zu betreiben, für die es nur proprietäre Linux-Treiber gibt. Man muss bedenken, dass sich womöglich viele Hersteller infolge des Risikos urgendwelcher Patentverletzungen bezichtigt zu werden, davor scheuen den Quellcode der Treiber und der Software freizugeben.

Geplant ist laut Novell ein Mechanismus, über den Benutzer einfach Installations- und Update-Quellen für Treiber bei den Herstellern finden und aktivieren können. Zudem unterstützt Novell weiterhin die Hersteller bei der Entwicklung von Open-Source-Treibern sowie der Auslagerung binärer Komponenten in den Userspace (Programme, die mit Benutzerrrechten laufen) oder in "Firmware"-Dateien (Programme, die Geräte wie Scanner oder Drucker steuern).

Mit dieser Änderung möchte Novell den Kernelentwicklern Rechnung tragen, die sich aus grundsätzlichen oder technischen Erwägungen gegen proprietäre Treiber aussprechen.

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